Tipps: Wie erforsche ich meine Ahnen?
Als erstes gilt es die lebenden Quellen anzuzapfen: Fragen Sie ihre Eltern über Grosseltern und Urgrosseltern aus. Oder Tanten, Onkel und andere ältere Verwandte. Wenn Sie einmal den Entschluss gefasst haben, Ihre Ahnen zu erforschen, handeln Sie rasch. Schneller als man glaubt, können lebende Quellen versiegen.
Pingelig genaue Notizen
Machen Sie sich genaue Notizen zu den Lebensdaten. Wichtig sind:
Name, Vorname
Geburts- und/oder Taufdaten (Tag, Monat, Jahr, Ort, Taufpaten)
Heimatort
Lebensorte
Beruf/Aemter
Lebenspartner
Eheschliessung (Datum/Ort)
Kinder (Namen/Geburtsdaten und -orte)
Anekdoten
Quellenangabe der Informationen
Falls Sie nicht eine elektronische genealogische Datenbank errichten wollen, kreieren sie
ein Formular, das Sie kopieren und mit allen nötigen Angaben der zu erforschenden
Personen ergänzen können.
Der Gang auf das Zivilstandsamt
Der Kanton Bern ist in 24 Zivilstandskreise
eingeteilt. Das Zivilstandsamt jenes Kreises, in dem sich Ihrer Heimatgemeinde
(oder jenes des zu erforschenden Namens) befindet, kann Ihnen die direkte Abstammungslinie
rückwärts bis zirka 1780 liefern und zwar anhand von Burgerrodeln, in denen die Personen
mittels Kreuzverweisen miteinander verbunden sind. Falls Sie Nachkomme des Stammes sind,
den Sie erforschen möchten, wird Ihnen das Zivilstandsamt Auskunft geben. Dazu ist aber
eine Bewilligung des Zivilstands- und Bürgerrechtsdienstes des Kantons Bern (Kramgasse
20, 3011 Bern) nötig.
Knochenarbeit mit Kirchenbüchern
Falls Sie die Lebensdaten Ihrer Ahnen soweit zusammengetragen haben, finden Sie die
Fortsetzung Ihrer Forschungen in den Kirchenbüchern der Wohngemeinde der Ahnen. In den
meisten Kantonen werden diese äusserst wertvollen Bücher in den jeweiligen
Staatsarchiven aufbewahrt. Im Berner
Staatsarchiv zum Beispiel können Mikrofilme der Originale aus den meisten
Kirchgemeinden an Ort und Stelle kostenlos eingesehen werden. Voraussetzung jedoch ist:
Der Forschende muss alte Handschriften lesen können! Aber das ist lernbar. Entweder durch
viel Uebung oder mittels entsprechender Entzifferungsfibeln.
Im Gegensatz zu den Burgerrodeln fehlen in den Kirchrodeln Kreuzverweise ganz. Kirchliche
Zeremonien wurden chronologisch und gesondert in Tauf-, Ehe- und Sterberodeln vermerkt.
Die gewünschten Informationen müssen also in mehreren Büchern zusammengesucht werden.
In der Regel wird dabei rückwärts gesucht: Zuerst der Sterbeeintrag, der häufig das
Alter des Verstorbenen enthält (Vorsicht: diese Angaben sind nicht immer genau!). Dann
der Eheeintrag, der neben den Namen der Vermählten auch ihre Heimatorte und oft auch den
Vater preisgibt. Wenn das ungefähre Taufdatum errechnet werden kann, wird der
entsprechende Eintrag im Taufrodel gesucht, der neben dem Datum den Namen des Täuflings,
jene seiner Eltern und Paten enthält, nicht in allen Fällen auch den genauen Wohnort.
Die meisten Kirchenrodel verfügen über ein Personenregister, das die Arbeit sehr
erleichtert.
So reiht sich Mosaiksteinchen an Mosaiksteinchen, bis allmählich ein Bild der
Familiengeschichte entsteht.
Eingeschränkte Einsichtnahme im Berner Staatsarchiv
Auf 1. Januar 2004 hat das Staatsarchiv die Möglichkeit zur Einsichtnahme in
Mikrofilme der Kirchenbücher drastisch eingeschränken wollen (pro Forscher nur
noch jährlich an drei Freitagen möglich), dies im Zuge der kantonalen
Sparmassnahmen SAR, die vom Grossen Rat und Regierung vorgegeben worden
sind.
Die GHGB hat juristische Schritte gegen diesen Entscheid eingeleitet, aber ohne
Erfolg. Ebenfalls erfolglos ist eine Motion von drei Grossräten (Hess SVP, Heuberger GFL, Sutter FDP)
geblieben. Näheres dazu auf der Seite News.
Mitteilung des Staatsarchivs
Motionstext
| Berner Kirchenbücher als CD-ROM Ab sofort können über www.swissgenealogy.com oder direkt bei sales@SwissGenealogy.com digitalisierte Berner Kirchenbücher erworben werden. Die CDs sind mit einer Kopier- und Drucksperre urheberrechtlich geschützt. Preis je nach Umfang der Daten pro Kirchgemeinde zwischen SFr. 150.- und SFr. 300.- (Update 23.9.04) |
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